Unser Haus am See

Landhausdielen für das Wohnzimmer

Für diese Entscheidung haben wir lange gebraucht. Eigentlich wollten wir als Fußboden für das Wohnzimmer von Anfang an Massivholzdielen. Aber wir hatten ja eine elektrische Fußbodenheizung im Wohnzimmer, bei der sich eine Massivholzdiele nicht eignet. Schade eigentlich. Wir schauten also Laminate, PVC, Linoleum an und träumten doch immer von einem Holzboden. Als wir dann mal bei unseren Nachbarn eingeladen waren, die ihr Häuschen gleicher Bauart (nur ohne Dämmung, die wir schon haben) nur mit Kamin und einem kleinen Elektro-Radiator mollig warm geheizt haben, fiel relativ schnell die Entscheidung, doch die Fußbodenheizung abzuklemmen und ebenfalls nur mit Holz und Radiator zu heizen. Und so konnten wir uns wieder unseren Dielen zuwenden, worüber wir wirklich glücklich waren.

Im Parkettladen in Darmstadt wollten wir uns mal die Möglichkeiten anschauen, die es so gab. Wir wurden lange, sehr ausführlich und gründlich, sehr freundlich und kompetent beraten, sowohl was die unterschiedlichen Holzarten anging als auch über Verlegetechniken und mehr. Wir hatten ein Referenzstückchen Holz aus unserem Häuschen dabei und konnten uns dann relativ schnell für eine Farbe entscheiden, die besonders mir auf Anhieb am besten gefallen hat, nämlich die Thermoeiche von Gunreben. Der Parkettladen machte uns auf Nachfrage auch einen guten Preis und wir bestellten.

Wie groß war dann aber am nächsten Tag die Enttäuschung, als der Parkettladen anrief und uns sagte, dass Gunreben die Thermoeiche nicht mehr liefern konnte. Schade aber auch, sie hätte so gut zu den Wänden gepasst. Also sind wir noch mal in den Laden gefahren und haben uns eine Alternative rausgesucht. Eine ähnliche Farbe hatte das Holz der Akazie. Leider deutlich teurer und eben nicht mein Favorit. Markus freute sich aber, denn ihm hatte von Anfang an die Akazie besser gefallen, weil sie eine deutlich intensivere und schönere Maserung hatte. Ungefragt überarbeitete der Parkettladenbesitzer das Angebot, machte uns einen wirklich günstigen Preis, gab uns noch die passenden Schrauben von Würth dazu und eine kostenlose Lieferung in unser Häuschen und so bestellten wir Landhausdielen in Akazie.

Wir hatten als Liefertermin einen Tag in unserem Urlaub ausgesucht und die Dielen wurden dann auch von einem netten Lieferanten gebracht. Zusammen trugen wir die ca. 500kg Dielen ins Haus (die Bilder vom Stapel hatte ich ja schon gezeigt) und nach einigen Tagen Akklimatisierung begannen wir dann am Donnerstag mit der Verlegung. Markus wollte das gern machen, er freute sich schon die ganze Zeit darauf.

Die erste Reihe war ziemlich schwierig, denn hier musste wirklich genau gearbeitet werden, damit sich ein kleiner Fehler nicht immer weiter fortsetzen und somit größer werden würde. Mit kleinen Abstandhaltern begann Markus, die erste Reihe in den Boden einzuschrauben.

Die Dielen werden immer mit Nut und Feder sowohl an den breiten als auch an den Stirnseiten verbunden. Wenn man am Ende einer Reihe ankommt und eine Diele abschneidet, kann man den restlichen Abschnitt als Anfang für die nächste Reihe verwenden. Auf diese Art und Weise hat man so gut wie keinen Verschnitt. 5% soll man einrechnen, das haben wir bei der Bestellung gemacht und noch zur Sicherheit einen zusätzlichen Quadratmeter genommen. In dieser Verlegetechnik hat man also ein schönes unregelmäßiges Muster in den Dielen. Da die Dielen in unterschiedlichen Längen kommen (von 30cm bis 2m), passte Markus auf, erstens mal immer schön zu mischen, dann aber auch die Dielen so zu legen, dass nicht in zwei Reihen hintereinander Fugen auf gleicher Höhe entstehen. Außerdem sollten auch die Anfangs- und Endstücke nicht zu klein geraten.

Als wir die ersten Dielen auspackten (die Pakete waren so gepackt, dass außen immer Unterseiten der Dielen lagen), stellten wir fest, dass die Oberseiten nicht so gleichmäßig gefärbt waren wie die Unterseiten, sondern viele unterschiedliche Schattierungen aufwiesen. Von ganz dunkel über mittelbraun bis zu einem hellen Goldton war fast alles dabei. Dabei waren die Farbtöne deutlich wärmer, als die Musterstücke im Laden. Ich war begeistert. Die Dielen sind einfach wunderschön.

Unter die Dielen wird übrigens eine dünne Schicht Kork verlegt. Dies erhöht den Trittkomfort und dämpft den Schall. Dann werden die Dielen schräg durch die Feder mit den darunterliegenden OSB-Platten verschraubt. Die Schrauben sind spezielle Dielenschrauben von Würth mit einem kleinen Kopf. Wenn die nächste Diele gegen die verschraubte gelegt wird, sind die Schrauben nicht mehr sichtbar. Die Dielen sind äußerst passgenau gearbeitet, Nut und Feder passen perfekt zusammen, zwischen den Dielen ist immer eine kleine Fuge.

Markus wählte geschickt die Dielen aus und die bearbeitete Fläche wuchs schnell an. Am ersten Tag schaffte er nach meinen Berechnungen ca. 10qm. Leider war er am Freitag dann beruflich sehr stark eingespannt, aber am Samstag ging es fleißig weiter und am Ende des Tages sah es so aus.

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Mein Vater und ich verschlossen an diesem Tag auch noch die ehemalige Tür zur Dusche mit einer OSB-Platte.

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Auch heute ging es weiter mit den Dielen. Markus hatte wieder richtig viel geschafft. Da er bis dahin noch überhaupt keinen Verschnitt hatte und somit noch eine Menge Dielen übrig bleiben sollten, beschlossen wir, auch den kleinen Eingangsbereich damit auszulegen. Er kam heute bis in die Küche zu einem Drittel und bis zur Hälfte des Eingangsbereiches. Wir mussten nur ständig unsere Werkzeuge und Arbeitsmaterialien hin und her räumen, damit wir immer Platz für die Verlegung hatten. Der Tag machte aber große Fortschritte. Am Ende fegten wir die Dielen mal ein bisschen sauber, die noch mit viel Staub verschmutzt waren, der nun mal beim Sägen ständig anfiel. Aber man kann schon sehr schön sehen, wie toll der Fußboden aussieht. Auch kleine Unebenheiten bedingt durch unterschiedlich hohe Balken im Fußboden störten bei der Verlegung nicht, weil die Dielen sehr flexibel sind.

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Da ich bei der Verlegung nicht so viel helfen konnte, begann ich damit, die restlichen noch nackten Wände zu tapezieren. Man sieht, dass die Tochter eines echten Profis am Werk war, die noch nie selbst tapezieren musste. An einigen Stellen hab ich mich ein bisschen verschnitten und um die Ecke der Toilette herum war auch nicht so ganz einfach, zumal unsere Wände nicht ganz gerade sind. Ich hab die kompletten Toilettenwände von außen tapeziert. An der Stirnseite muss ich an der linken Seite noch die Tapete passend abschneiden, da hängt sie noch ein wenig über, darum sieht es da nicht so gerade aus.

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Auch die Seite der Toilette im Eingangsbereich hat Tapete bekommen.

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Und die Tür zum Vogelzimmer

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Nicht auf dem Bild ist verschlossene Tür zwischen Schlafzimmer und ehemals Dusche, die ich ebenfalls mit dieser Tapete beklebt habe.

Insgesamt waren wir heute wieder sehr fleißig und erfolgreich und machen morgen mit dem Badezimmer weiter. So langsam nimmt das Haus wohnliche Gestalt an und wir sehnen den Umzug schon herbei.

2 Kommentare

  1. Michi

    Das war eine Gute Entscheidung, es sieht bis jetzt alles TOLL aus… 😀
    Wir wissen wieviel arbeit ihr schon hinter Euch habt, haben das alles auch durchgemacht, aber bald habt ihr es geschafft und wohnt sehr individuell, einfach toll…und die Lage ist einfach Traumhaft..!!

  2. Mythos

    Hey, das sieht echt sehr schick aus… War auch sicher eine Menge Arbeit gewesen das alles zu verlegen. Ich habe mir auch vor kurzem einen Wintergarten angelegt. Da liegt auch so ein schöner Parkettboden drin.

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