Unser Haus am See

Endlich das Vogelzimmer angegangen

Es war wie verhext, wir hatten uns von Anfang an vorgenommen, das Vogelzimmer – unseren überdachten und komplett verglasten Freisitz – so schnell wie möglich anzugehen, aber dann war dieses wichtiger und jenes und das Vogelzimmer immer noch im Zustand, wie wir es vorgefunden hatten. Nicht ganz! Ganz am Anfang hatten wir es ja leergeräumt, sämtliche Vorhänge abgenommen und die drei PVC-Schichten mit Ausgleichsmasse dazwischen entsorgt. Da das Zimmer aber als Außenzimmer konzipiert ist, ist es an keiner Stelle gedämmt, nur die nackten Bohlen auf den Balken, eine dünne Glastür, durch die der Wind pfiff und über der Glastür auch noch dünne und teils offene Plastikscheiben. Dies war die Ausgangssituation und natürlich nicht für die Vögel geeignet, denn dieses Zimmer würden wir ohne massive Energieverbrennung niemals im Winter warm bekommen.

Unser Plan ging dahin, den Boden zu dämmen, ebenso die dünnen Wände unter den Fenstern. Die Glastür, ein einfach verglastes Fenster und die Plastikscheiben wollten wir komplett zubauen, ebenfalls mit einer Dämmung dazwischen. Die Wände wollten wir ursprünglich vergittern, damit unsere Vögel nicht nagen, kamen aber von der Idee relativ schnell ab, als wir die erste Wand voller Gitter hatten, was einfach schrecklich aussah und sehr laut war. Wir belassen die glatten Holzwände, die eigentlich Außenwände des Hauses sind, so wie sie sind und werden nur die Stellen mit Metall bedecken, an die die Vögel wirklich rankommen, wenn die Seile und Äste hängen.

Am letzten Wochenende jedenfalls begannen wir endlich mit dem Raum. Wir fingen mit dem Fußboden an. Wir benötigten dafür eine trittfeste Isolierung. Im Baumarkt fanden wir Fermacellplatten, die unten mit Styropor verklebt waren. Diese erschienen uns geeignet und wir kauften erst einmal ein paar davon und Markus begann, sie auf dem Boden geschickt auszulegen. Das Schneiden der Platten brachte uns zuerst mal eine riesige Staubwolke im Wohnzimmer ein, die sich in Windeseile im kompletten Haus verbreitete. Mit so einer Staubentwicklung hatten wir nicht gerechnet. Darum wurden die anderen Platten draußen geschnitten. Als alle Platten verlegt waren, wurden sie miteinander verschraubt. Einige kleine Lücken verblieben noch, so dass wir noch eine Platte kaufen müssen, aus denen dann die fehlenden Stücke geschnitten werden können. Da ich letzte Woche kein Foto gemacht habe, mal eins von heute, wo man die Bodenplatten und deren Verlegung gut erkennen kann.

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Da die Platten eine ordentliche Dicke von mehr als 5cm mitbrachten, bekamen wir die Tür zum Vogelzimmer, die ins Zimmer hinein öffnet, nicht mehr auf, die musste gekürzt werden. Das war komplizierter als anfangs gedacht, denn die Tür besteht aus Metall. Wir maßen sie erst mal aus und setzten dann die Säge mit Metallsägeblatt an. Das ging daneben. Das Sägeblatt kämpfte wie ein Stier gegen die Tür – und schaffte es nicht. Nach 2cm, die zudem schief verliefen, gaben wir auf. Ich war erstmal richtig unglücklich und sah keinen Ausweg. Markus kam dann mit Hammer und Meißel an, setzte an der Linie an und meißelte Stück für Stück die Tür auf. Natürlich verbog sich das Stück an jeder Schlagstelle. Aber irgendwann war Markus auf beiden Seiten durch. Den Türabschluss, der innen nur eingeklebt war, nahm er aus dem abgeschlagenen Stück raus und setzte ihn unten wieder ein. Nachdem die Kante nach innen eingebogen war, saß der Abschluss fest und die verbogenen Stellen waren wieder schön gerade. Was für eine Arbeit! Aber die Tür schließt wieder perfekt und ich konnte die Bohrlöcher und Dellen, die sich in der Tür befinden, schön mit Spachtelmasse ausspachteln und glätten.

Das alles haben wir letztes Wochenende geschafft und gestern kümmerten wir uns um die Dämmung der Wände.

Markus begann mit dem Aufschrauben der Unterkonstruktion, die die OSB-Platten halten sollten. Die Abstände der Latten passte er auf die Größe der Mineralwolle an, die wir im Baumarkt gekauft hatten. Die Mineralwolle stellten wir in die Konstruktion ein – die Höhe passte zum Glück sehr gut – danach wurden die OSB-Platten, die wir auf die richtige Länge gesägt hatten, eingepasst und festgeschraubt. Die Kanten der Platten, die mit Nut und Feder zum besseren Einpassen versehen sind, habe ich ordentlich mit Holzleim ausgestrichen, damit die Platten gut zusammenhalten und die Kanten dicht sind.

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Mein fleißiger Bauarbeiter schuftete den ganzen Tag.

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Die Wände unter den Fenstern schafften wir relativ schnell und problemlos, in wenigen Stunden waren wir damit fertig. Da die OSB-Platten alle unterschiedlich hoch waren – bedingt dadurch, dass der Raum komplett schief ist und wir ausgleichen mussten, schnitten wir am Ende auf einer Linie alles glatt. Nun wird noch die obere Kante abgedeckt, was ich mit unseren OSB-Resten vielleicht in der nächsten Woche zurechtbastele.

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Jetzt kam der eigentlich schwierige Teil. Oben über den Fenstern ist eine Schräge, die aus dünnen Plastikfestern besteht. Die sollte ebenfalls verbaut werden. Hier mussten wir sehr genau messen, damit die OSB-Platten genau passend zurechtgeschnitten werden konnten. An der Schräge hat Markus erst mal wieder die Unterkonstruktion angebracht.

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Dieses Stück wurde dann ebenfalls mit Mineralwolle ausgestopft und mit den zurechtgesägten Platten verschlossen. Auch das einfachverglaste Fenster und die Türecke sollten verschlossen werden, was eine ordentliche Stückelei ergab.

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Nach unzähligen Mess- und Schneidevorgängen hatten wir endlich alles geschafft. Alle Außenwände waren komplett gedämmt und verkleidet. Wir haben 9 OSB-Platten 625mmx2050mm verbraucht und die auch wirklich fast komplett aufgebraucht, da wir kleine Reste für die Stückelungen verwenden konnten. Am Abend waren wir fertig. Nicht nur der Raum, auch wir. Die Mineralwolle juckte auf der Haut, wir hatten den ganzen Tag auf den Füßen verbracht und waren entsprechend erledigt. Aber wir sind weiter gekommen, als wir es am Morgen gedacht haben.

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Die Wände werden jetzt noch gestrichen, dann werden noch Gitterelemente für die Fenster gebaut, damit die Papageien nicht die Rahmen zerknabbern, ein Fenster muss noch abgedichtet werden, dann können wir an die Einrichtung des Raumes gehen, um unseren Papageien ihr Paradies zu schaffen.

Heute fuhren wir noch mal ins Häuschen und räumten ein wenig das Wohnzimmer auf. Es geht immer so schnell, dass sich der Bauabfall türmt und wir hatten schon wieder einen Zustand erreicht, dass wir kaum noch treten konnten. Da wir gerade beim Entrümpeln waren, haben wir beschlossen, auch unter dem Haus den ganzen Müll rauszutun. Unser Vorbesitzer hat uns leider eine riesige Müllhalde hinterlassen, die zwar auf seine Kosten noch geräumt wird, was aber erst im Frühjahr geschehen wird. Da Markus die Hoffnung hatte, die Elektrokabel unter dem Haus zu verlegen, wollten wir schon mal Platz schaffen. Leider hat sich diese Hoffnung als Trugschluss herausgestellt, weil das Haus doch zu niedrig über dem Boden steht, als dass man darunter stehen könnte. Das ganze Gerümpel haben wir noch mit einer Plane zugedeckt und hoffen, dass die Diakonie dann auch wirklich im März kommt.

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